Das Fischerstechen


Nach 4 Jahren Pause ist es endlich wieder so weit

Am 14. und 21. Juli 2013 findet das Ulmer Fischerstechen statt.

Leider werde ich erstmals nach 1981 nicht mehr als Aktiver auf der Donau zu sehen sein, da die vom Ulmer Schifferverein seit langem festgesetzte Altersgrenze von 50 Jahren von mir jetzt knapp überschritten wurde ! Als sogenannter “Stecher-Obmann” bin ich jedoch weiter ganz nah dran am Geschehen und bereite die Truppe mit viel Freude auf dieses einmalige Ulmer Spektakel vor.

Meine Familie ist eng mit dem Ulmer Fischerstechen verbunden. So stellt mein Sohn den schwarz-gelben Narren dar, meine Töchter tanzen in der historischen Menuettgruppe mit.

Die Regeln sind eigentlich ganz einfach, aber für die Teilnehmer sehr streng:

In dem Wettstreit versuchen 18 Stecherpaare sich mit einem an der Spitze gepolstertem Speer gegenseitigen die Donau zu stossen. Dabei darf natürlich nicht geschummelt werden, z.B. sich Wegducken oder nach dem Speer des anderen zu greifen. Die Stecher ( so heisst das hier nun `mal ) stehen hinten auf einer sehr kleinen Plattform der Zille. Jeweils vom Ulmer und Neu-Ulmer Ufer wird die Zille von drei Fahrern zur Donaumitte manövriert, wo es dann zum entscheidenden Duell kommt.

"Fällt der Doktor (in gelb) oder fällt er nicht ?"
Wer hin und zurück ins Wasser fällt ist ausgeschieden, wer einmal stehen bleibt und dabei seinen Gegner zweimal in die Donau befördert, kommt eine Runde weiter. Sieger ist, wer am wenigsten nass wird. Der Gesamtsieger des Ulmer Fischerstechens wird aus beiden Sonntagswettbewerben ermittelt.




Das Ulmer Fischerstechen blickt auf eine lange Tradition zurück. Erstmals erwähnt wurde es im Jahre 1452. Durch politische Wirren wurde diese Tradition in der Ulmer Geschichte immer wieder unterbrochen. Seit den fünfziger Jahren findet dieses Ereignis alle vier Jahre statt.

Am Vormittag ab 9 Uhr versammelt sich ein Umzug im Ulmer Fischerviertel vor dem Zunfthaus der Fischerleute und zieht mit viel Musik und Tänzen durch die Strassen von Ulm.

Historische Kostüme aus der Ulmer Stadtgeschichte sind darunter, z.B. der Ulmer Spatz, der Schneider von Ulm oder der “Krettaweber”, der hier in den zwanziger Jahren vor der Obrigkeit kein Blatt vor dem Mund nahm und sich viele Wortduelle mit der “Bollezei” lieferte.

Alles in allem ein farbenprächtiges Schauspiel.

Nachmittag ab 15 Uhr sollten Sie sich unbedingt rechtzeitig Sitzplatzkarten besorgen - erwartungsgemäss säumen zwischen zwanzig- bis dreissigtausend Zuschauer die Donauufer.

Anbei ein kleiner Auszug meiner Teilnahmen am Ulmer Fischerstechen seit 1981.


1986 als Kaiser Karl 5.

1990 als Kaiser Karl 5.

1994 als Gessler

1994 als Wilhelm Tell (hier mit Sohn, heute der schwarz-gelbe Narr)