Geriatrie
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Demenzabklärung
"Unentrinnbar verstreicht die Zeit, und damit unser Leben"

Geriatrie beschreibt die Lehre von Alterserkrankungen.

Angesichts der rapid angestiegenen Lebenserwartung in den Industrieländern in den letzen Jahrzehnten gewinnt das Fachgebiet Geriatrie innerhalb der anderen medizinischen Fachdisziplinen mehr und mehr an Stellenwert.

Die Geriatrie ist ein klassisches Querschnittsfach. Das gehäufte Auftreten von altersbedingten oder altersabhängigen Erkrankungen wie beispielsweise von degenerativen Gelenkerkrankungen, Arteriosklerose und Morbus Alzheimer – um nur drei wichtige Krankheitsgebiete herauszugreifen – erfordert eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen. Insofern gehört die Geriatrie meines Erachtens mit zu den schwierigsten Fächern in der Medizin.

Die Aufgabe der Geriatrie kann nicht alleine darin bestehen, eine erfolgreiche medikamentöse Therapie von akuten Krankheiten oder Rehabilitationsmassnahmen mit dem Ziel grösstmöglicher Selbständigkeit durchzuführen, sondern sie muss auch mehr Einfluss auf die Vorbeugung ( Prävention ) ausüben, damit die Verlängerung der Lebensspanne durch den medizinischen Fortschritt auch als behinderungsfreie Zeit erlebt werden kann.

Anlaufstelle hierzu für diesen Patientenkreis ist in erster Linie der Hausarzt zu sehen, der seine Patienten oft seit deren Kindheit betreut und daher im Laufe der Zeit Hinweise auf Befindlichkeitsstörungen körperlicher und geistiger Art am schnellsten deuten kann. So kann z.B. eine frühzeitige Demenzabklärung dem betroffenen Patienten und auch den Angehörigen zum einen eine grosse Hilfestellung bedeuten, zum anderen kann durch entsprechend Massnahmen die Hilfs- und Pflegebedürftigkeit hinausgezögert werden, sprich die Aufnahme in ein Pflegeheim verzögert sich


Hirnleistungsstörungen (Demenz) im Alter:

Hier stimmt was nicht

Wir führen standardisierte Testverfahren zur Früherkennung einer demenziellen Erkrankung (wie Alzheimer-Demenz) durch.
Nur die rechtzeitige Erkennung dieser Erkrankung ermöglicht den Einsatz medizinischer Maßnahmen, um gezielt eigene Initiativen und intellektuelle Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten.

Mit dem zunehmenden Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft nehmen auch diejenigen Erkrankungen an Häufigkeit zu, die eine deutliche Alters-zugehörigkeit aufweisen.

Dazu gehören neben den Herz-Kreislauferkrankungen und Tumorleiden auch psychiatrische Erkrankungen wie depressive und demenzielle Syndrome.

Aufgrund der zunehmenden Pflegebedürftigkeit von demenzkranken Patienten mit daraus resultierenden hohen Folgekosten ist die frühzeitige Diagnosestellung durch rechtzeitiges Aufsuchen eines geriatrisch orientierten Arztes enorm wichtig. Gerade in den Anfangsstadien ist mit entsprechenden modernen Medikamenten die Pflegebedürftigkeit hinauszuschieben. Auch sollte es das Ziel sein, die Ursachen von Gedächtnisstörungen beim älteren Patienten möglichst früh zu erfassen. So können z.B. Verwirrtheitszustände durch eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse ausgelöst werden. Eine rechtzeitige medikamentöse Gabe führt in den meisten Fällen zu einer Rückbildung der psychischen Veränderungen.

Meistens werden jedoch Störungen in der Wahrnehmungsfähigkeit ( kognitiver Bereich ) als normale Altersveränderungen beurteilt. Vielfach kommt es erst dann zur Diagnosestellung, wenn das soziale Umfeld aufgrund der offensichtlichen Fehlleistungen des Patienten oder akuter Gegebenheiten und Ereignissen massiv gestört ist.

Hilfe in der Früherkennung von Gedächtnisstörungen und zur Demenzabklärung bieten sogenannte psychometrische Testverfahren. Neben der Krankheitsvorgeschichte, der körperlichen Untersuchung sowie diverser Laboruntersuchungen können diese Testverfahren in der Anfangsphase einer demenziellen Erkrankung die klinischen Daten wesentlich bereichern und präzisieren, weil mit ihrer Hilfe neurologische Defizite in den Bereichen Sprache, Orientierungsvermögen, Aufmerksamkeit und Gedächtnis aufgedeckt werden können.

Als Basistest dient die Erhebung der Aktivitäten des täglichen Lebens, wobei sich das Ausmass der Selbsthilfetätigkeit älterer Menschen bestimmen lässt. Dazu gehören Essen, Waschen und Baden, Harn- und/ oder Stuhlinkontinenz, Toilettenbenutzung, Ankleiden, Laufen und Treppensteigen. Erweiterte Tests erfassen zudem Verrichtungen wie Einkaufen. Kochen, Haushaltsführung, Wäsche waschen, Telefonieren, Benutzung von Verkehrsmitteln, Regelung der Finanzen und Einnahme von Medikamenten.

Zur Erfassung von Wahrnehmungsstörungen werden verschiedene Testverfahren verwendet. Dabei werden Orientiertheit, Gedächtnis und Aufmerksamkeit überprüft.
Allerdings sollte bei der Interpretation der Testergebnisse immer eine Depression ausgeschlossen werden bzw. berücksichtigt werden.

Zusätzliche wichtige Informationen erhält der Arzt durch intensive Gespräche mit den Angehörigen.