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Akute Bergkrankheit
Kurz eine Einführung über die Höhen- oder akute Bergkrankheit :
Auch der Trainierte ist bei einem zu raschen Aufstieg in grosse Höhe dem Risiko einer Bergkrankheit ausgesetzt, v.a. wenn er länger als einen halben Tag in Höhen über 2.500 m ü.M. verweilt.

Allgemein gilt : je höher, umso kränker. Auf 2.850 m konnte eine Bergkrankheit bei 9%, auf 3.650 m bei 34% und auf 4.560 m bei 53% der Alpinisten beobachtet werden. Dabei spielt eine bisherige gute Gesundheit keine Rolle, tatsächlich ist es gerade „ the young and the fit “, der erkrankt. Entscheidend ist der innerhalb eines Tages überwundene Höhenunterschied, ab 3.000 m nimmt das Risiko zu, wenn die Differenz der „ Übernachtungshöhen “ mehr als 300 m beträgt.

Deshalb: immer tiefer als den zuvor erklommenen Gipfel übernachten.

Erste Anzeichen einer Bergkrankheit können sein : Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. Sollten die Beschwerden zunehmen, dann können sich Schwindel, Erbrechen, Atemnot und Gangunsicherheit entwickeln. Spätestens dann sollte der Betroffene unverzüglich und nur in Begleitung absteigen ! Ein weiteres Verweilen in der erreichten Höhe oder etwa ein weiterer Aufstieg wäre mit einem hohen Risiko mit der Entwicklung eines lebensgefährlichen Höhen-Lungenödems oder -Hirnödems verbunden ( Wasseransammlung in der Lunge bzw. im Gehirn ) !

Was kann man vorbeugend tun :
Verhalten Sie sich vernünftig beim Aufstieg: Oberhalb von 2.500 bis 3.000 m sollte die Übernachtungshöhe um nur 300 m nach oben innerhalb von 24 Stunden verschoben werden. Überanstrengen Sie sich nicht !

Bei ersten Anzeichen einer akuten Bergkrankheit sollten Sie einen Ruhetag, möglichst in geringerer Höhe, einlegen. Bei hartnäckigen oder zunehmenden Beschwerden ist ein Abstieg um mindestens 500 m unvermeidlich.

Bei Kopfschmerzen: Acetylsalicylsäure ( Aspirin ) soll eine gute Wirkung erzielen. Zunächst 250 mg eine Stunde vor Erreichen des Gipfels, dann weiter alle vier Stunden ( aus dem British Medical Journal, Vol. 316, No. 7137 ( 1998 )

Thema Diamox® : dieses den Säure-Basen-Haushalt beeinflussende und auf die Atmung stimulierende Medikament wirkt zwar der Entwicklung einer akuten Bergkrankheit entgegen, doch kann dies mit nicht unerheblichen Nebenwirkungen verbunden sein. Eine individuelle Beratung durch den Arzt ist daher unbedingt notwendig.