Reisemedizin
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Sind Sie flugtauglich ?
In einer Flughöhe zwischen 10.000 und 12.000 m herrschen lebensfeindliche Verhältnisse mit Aussentemperaturen von – 56° C, der Luftdruck und Sauerstoffpartialdruck betragen nur noch ein viertel der Werte in Meereshöhe. Erst durch eine Druckkabine, die in den Reiseflughöhen einen Druck gewährleistet, wie er einer Höhe von etwa 2.400 m ( Kabinendruckhöhe ) entsprechen würde, sowie einer Temperaturregelung sind Flüge in diesen Höhen überhaupt möglich geworden.

Welche Flugreisenden sind also gefährdet ?
Patienten mit
Lungenerkrankungen sowie mit einer Blutarmut ( Anämie ) können durch die Verminderung des Sauerstoffpartialdruckes eine Sauerstoffarmut bekommen. Bei Erkrankungen der Herzkranzgefässe kann sich die sogenannte Koronarreserve bis in den kritischen Bereich vermindern.

Zur Beurteilung der Flugreisetauglichkeit sollte also z.B. der Schweregrad einer Herzinsuffizienz nach den derzeit gültigen Einteilungskriterien abgeschätzt werden. Bei Herz- Lungenerkrankungen sollte die Sauerstoffsättigung mindestens 80 Prozent betragen. Wird dieser Grenzwert unterschritten, muss während des Fluges Sauerstoff gegeben werden. Eigene Sauerstoffgeräte dürfen an Bord aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht verwendet werden, die Fluggesellschaften stellen jedoch Sauerstoffflaschen oder einen Konzentrator zur Verfügung.

Was ist nach einer Operation zu beachten ?
Fliegen mit einem Rundgips am Bein ist aufgrund der Schwellungsneigung bei längerem Sitzen grundsätzlich nicht zu empfehlen. Alternativ kommen gespaltene Gipsverbände oder Gipsschienen in Betracht.

Nach Bauchoperationen und operativen Eingriffen im HNO- und Augenbereich sowie bei Infekten der oberen Luftwege ( s.o. )kann die Gasausdehnung beim Steigflug Probleme bereiten.

Auch eine vorbestehende Thromboseneigung, z.B. nach Operationen, kann sich während des Fluges durch die engen Sitzreihen mit mangelnder Bewegungsmöglichkeit verschlimmern.

Bei der Medikamenteneinnahme ist die Zeitverschiebung zu beachten ( s.u. ). Langwirksame Präparate sollten bevorzugt werden.

Orale Kontrazeptiva ( „ Pille “ )
Je höher der Östrogen-Anteil, umso sicherer! Die Minipille ( kein Östrogen-Anteil ) mit ihrer ohnehin geringeren verhütenden Wirkung kann unverändert eingenommen werden.

Bei einer Cortison-Therapie ist bei Reisen nach Westen die Hälfte der Dosis über fünf Tage zusätzlich zu verordnen.

Insulinpflichtige Diabetiker sollten darauf achten, dass eine für die gesamte Reisezeit ausreichende Insulinmenge im Handgepäck mitzuführen ist. Sicherheitshalber sollte nochmals die gleiche Menge an Insulin im Gepäck sein. So ist auch bei Verlust eines Gepäckstückes vorgesorgt. Das Insulin ist auf Reisen auch ohne Kühlung haltbar. Selbst in den Frachtstauräumen kann es nicht zu kalt werden.

Zu beachten ist darüberhinaus die Zeitverschiebung, an die die Applikationsintervalle und –zeitpunkte anzupassen sind. Ausserdem sollten reisende Diabetiker immer ausreichen Spritzen und Injektionsnadeln oder Pens sowie einen Diabetiker-Ausweis in mehren Sprachen mit sich führen. Eine schriftliche Bestätigung von Ihrem Arzt über die mitgeführten Spritzen und Medikamente verhindert Unannehmlichkeiten bei der Passkontrolle ( Check-In / Check-Out ) auf den Flughäfen.

Auf Tabletten eingestellte Diabetiker sollten bei Flügen in Westrichtung weiter die heimatliche Dosierung beibehalten, bei Ostflügen jedoch eine Einnahme auslassen.

Ganz wichtig :
Eine
Diabetes-Diät muss mindestens 24 Stunden vor dem Flug bei der Fluggesellschaft vorbestellt werden.