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Reisekrankheit und Vorbeugung
Häufig stellen mir Patienten vor Antritt einer Reise folgende Frage :
"
Im Auto oder Bus leide ich unter starker Reisekrankheit, auf dem Schiff werde ich schnell seekrank. Gibt es eine Vorbeugung, ohne gleich Medikamente einnehmen zu müssen ?"

Erstmal zum Verständnis: Das visuelle System ( die Orientierung via Augen ) sowie das vestibuläre System ( Innenohr ) sorgen dafür, dass wir uns sicher und schwindel-frei im Raum bewegen können. Beide Systeme reagieren auf unterschiedliche Dynamiken. Das visuelle System arbeitet vor allem bei langsamen Bewegungen gut, das vestibuläre eher bei ganz schnellen Bewegungsänderungen. Als Ursache z.B. für die Seekrankheit ist bei etwa ruhigem Seegang, dass das Vestibulärsystem nicht mehr auf die langsamen Wellenbewegungen reagiert und dem Gehirn meldet, ich und meine Umgebung befänden sich in Ruhestellung. Das visuelle System stellt jedoch ganz klar die Bewegung des Horizontes fest. Der schlechte Informationsaustausch der beiden Systeme bedingt dann die Seekrankheit.

Daraus folgt:
Ausgiebig Bewegung. Im Bus, Zug oder auf dem Schiff immer wieder ‚`mal den Kopf schütteln, auch herumspringen. Bei Passfahrten mit in die Kurven legen, dann kommunizieren die beiden Systeme am besten.
Im Zug, Bus oder Auto aus dem Fenster schauen, nicht lesen.

Was auch helfen kann:
jede Stunde eine Scheibe frischen Ingwer kauen.
Immer ausgeschlafen die Reise antreten, auf Kaffee, Alkohol und Rauchen verzichten.